Buchtipp

Eine knittrige Angelegenheit

Teelke Limbecks künstlerische Techniken des Knitterns, Knickens und Knüllens

Teelke Limbeck hat im Haupt Verlag unter dem Titel „Bilder, die du knicken kannst“ ein Buch veröffentlicht, das anhand diverser humorvoller „Knickbild“-Umsetzungen an das Knicken, Knittern und Knüllen mit unterschiedlichen Papieren als künstlerische Technik heranführt. Sie zeigt, wie auf diese Weise Bildlandschaften zentral gestaltet und beeinflusst werden können. Das Zerknittern wird hier zum wertvollen Bestandteil der Kunstwerke erhoben. Denn durch mehr oder weniger gezielte Knicke lassen sich in den Bildern Strukturen erzielen, die zum Beispiel an Wasser, Sandstrände, Schnee oder Bettwäsche erinnern.

Bilder, die du knicken kannst, Abbildungen aus dem Innenteil des Buches, ©Teelke Limbeck
Abbildung aus dem Innenteil des Buches ©Teelke Limbeck
Bilder, die du knicken kannst, Abbildungen aus dem Innenteil des Buches, ©Teelke Limbeck
Abbildung aus dem Innenteil des Buches ©Teelke Limbeck
Bilder, die du knicken kannst, Abbildungen aus dem Innenteil des Buches, ©Teelke Limbeck
Abbildung aus dem Innenteil des Buches ©Teelke Limbeck

Teelke Limbeck vermittelt auch, wie das Licht- und Schattenspiel dieser dreidimensionalen Bilder am besten inszeniert wird. Eine Fülle beispielhafter Projekte – vom Knittern im Kamin bis zum „Knickboxen“ – lädt zum Mitmachen ein und inspiriert zu ganz neuen kreativen Ideen.


Im Interview erklärt die Illustratorin und Gestalterin, welches Knickbild sie persönlich besonders mag und was sie ihrer Leserschaft mit auf den Weg geben möchte.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, geknickte Bilder zu gestalten und darüber ein Buch zu schreiben?
Teelke Limbeck: Angefangen hat es mit einem zerknitterten Papier, dessen Struktur mich spontan an Wasser erinnerte. Daraufhin habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, diese vage Idee klarer zu transportieren. Funktioniert hat das, indem ich blaue Swimmingpool-Fliesen gemalt und das Papier anschließend geknüllt habe. Davon ausgehend fragte ich mich, was sich wohl noch alles mit geknittertem Papier darstellen ließe. Meine ersten Ideen habe ich dann an meine Lektorin, Heidi Müller, geschickt. Zum Glück war sie direkt interessiert und hat mir freie Hand gelassen, weiterzudenken und auszuprobieren.

An wen richtet sich Ihr Buch „Bilder, die du knicken kannst“?
Teelke Limbeck: An alle, die gerne kreativ arbeiten, neue Techniken entdecken und sich dabei ein wenig inspirieren lassen möchten. Ich hoffe, dass sie sich das herausziehen können, was sie weiterbringt – sodass daraus ganz eigene, individuelle Bilder entstehen.

Können Sie eine bestimmte Papierknick-Übung für Anfänger*innen empfehlen?
Teelke Limbeck: Als Anfänger*in würde ich mit einem Thema anfangen, das mir besonders gefällt. Wenn jemand zum Beispiel die Berge mag, aber nicht so gern zeichnet, kann eine kletternde Person auch als Silhouette ausgeschnitten werden. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, kreativ zu werden – und das Entdecken dieser Wege macht natürlich besonders viel Spaß, wenn man sich mit dem Thema verbunden fühlt.

Ihr persönliches Lieblingsprojekt im Buch?
Teelke Limbeck: Am meisten Spaß hatte ich daran, Schnee und Eis zu knittern und kleine Figuren, wie Pinguine oder Skifahrer, zu ergänzen. Ich mag daran die Reduziertheit und die Idee, dass das Papier in seiner weißen Ursprungsform bleibt und allein durch die Knicke eine Bedeutung erhält.

Auf Ihrem Instagram-Kanal kann man ganz verschiedene Gestaltungstechniken entdecken. Welches ist Ihre liebste Technik? Und mit welchem Material arbeiten Sie besonders gern?
Teelke Limbeck: Das ändert sich von Zeit zu Zeit, weil ich einfach unheimlich gerne mit verschiedenen Materialien experimentiere. Noch lässt mich das zerknitterte Papier aber nicht los – gerade arbeite ich an meinem ersten geknitterten Kinderbuch.

Wie schaut es in Ihren vier Wänden aus? Papierkunst, wo man hinschaut?
Teelke Limbeck: Das hält sich noch in Grenzen. Zurzeit hängen die meisten Knitterbilder in der Upkamer in Uplengen in Ostfriesland. Da habe ich anlässlich der Bucherscheinung einen kleinen Vortrag gehalten und meine Bilder ausstellen dürfen. Nur die verschneiten Berge mit den Skifahrer*innen hängen gerade in meinem Arbeitszimmer.

Last but not least: Was möchten Sie Ihren Leser*innen da draußen sagen oder mit auf den Weg geben?
Teelke Limbeck: Bleibt dran – auch wenn nicht alles beim ersten Anlauf gelingt und ihr den ein oder anderen Versuch sogar im übertragenen Sinn knicken könnt. Das ist total normal und gehört zum kreativen Arbeiten auch irgendwie dazu!

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Normalerweise zerknüllen wir nur Bilder, die nichts geworden sind. Doch in diesem Buch wird das Zerknittern zum wertvollen Bestandteil der Kunstwerke erhoben. Denn durch mehr oder weniger gezielte Knicke lassen sich in den Bildern Strukturen erzielen, die zum Beispiel an Wasser, Sandstrände oder Bettwäsche erinnern.

96 S., durchg. farb. illustr., 17 x 24 cm, kart., dt., Haupt Verlag 2025

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